{"id":667,"date":"2016-03-11T17:44:43","date_gmt":"2016-03-11T17:44:43","guid":{"rendered":"http:\/\/blumenau-gesellschaft.org\/?p=667"},"modified":"2016-04-10T09:42:59","modified_gmt":"2016-04-10T09:42:59","slug":"povos-indigenas","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blumenau-gesellschaft.org\/?p=667","title":{"rendered":"Povos Indigenas"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Povos ind\u00edgenas<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Situation im Land<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00dcberf\u00e4lle \u2013 Zahlen<\/strong><\/p>\n<p><div id=\"attachment_668\" style=\"width: 464px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/blumenau-gesellschaft.org\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/karte.png\" rel=\"attachment wp-att-668\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-668\" class=\"wp-image-668 size-full\" src=\"http:\/\/blumenau-gesellschaft.org\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/karte.png\" alt=\"karte\" width=\"454\" height=\"315\" srcset=\"http:\/\/blumenau-gesellschaft.org\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/karte.png 454w, http:\/\/blumenau-gesellschaft.org\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/karte-300x208.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 454px) 100vw, 454px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-668\" class=\"wp-caption-text\">Karte des Munizips Blumenau<\/p><\/div><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>M<\/strong>it Bedacht hatten Provinzialregierungen Einwanderern Stammes \u2013bzw. Durchzugsgebiete ungenau oder gar nicht aufgezeigt, m\u00f6gliche Bedrohungen verharmlost \u2013 jedenfalls gegen\u00fcber jenen, die als Siedler zu Entwicklung und Aufbau des Landes erw\u00fcnscht waren \u2013 wie die Deutschen. Doch auch sie wurden im portugiesisch gepr\u00e4gten Brasilien von einigen abgelehnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch waren Verachtung und Hass auf Povos Ind\u00edgenas in Brasilien weit verbreitet. Dazu geh\u00f6rte auch Rassismus schlimmster Art<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>A<\/strong>us dem Munizip Blumenau (gesamtes Siedlungsgebiet, 11 000 km<sup>2<\/sup>, knapp viermal so gro\u00df wie das Saarland heute ((2570)) gibt es eine fast vollst\u00e4ndige Aufz\u00e4hlung von \u00dcberf\u00e4llen und T\u00f6tung von Siedlern.<\/p>\n<p>Erster Angriff im November 1852 auf das Haus des Koloniegr\u00fcnders, der zuf\u00e4llig nicht anwesend war. Nachbarn vertrieben die Eindringlinge.<\/p>\n<p><strong>I<\/strong>n einer Holzschneidem\u00fchle am \u2018Kleinen Itaja\u00ed\u2018 (Nebenfluss) wurden 1855 zwei Arbeiter umgebracht, der Besitzer durch Pfeilsch\u00fcsse schwer verwundet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>I<\/strong>m Jahre 1856 wurden zwei Siedler, wenige Monate vorher aus Deutschland eingetroffen, in Itoupava-S\u00eaca ermordet. 1870 kamen vier Kolonisten am Rio do Testo und im Land (heute Pomerode), ein Siedler in der Garcia und einer in Benedito, ums Leben.<\/p>\n<p><strong>M<\/strong>it zunehmender Einwandererzahl war f\u00fcr \u2018Ind\u00edgenas\u2018 mehr und mehr fette Beute m\u00f6glich. Die \u00dcberf\u00e4lle wurden zahlreicher und\u00a0 \u2013 grausamer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>E<\/strong>rst 1877, nach mehreren Eingaben Blumenaus schickte die Provinzialregierung Aufsichtspersonal, sogenannte Pedestres (Waldl\u00e4ufer zu Fu\u00df) in die Kolonie. Das waren Wachsoldaten mit Gewehr, \u00fcberwiegend Indios. Von der Waffe aber durfte kein Gebrauch gemacht werden \u2013 also &#8211; schie\u00dfen verboten! Wer h\u00e4tte auch auf seine Stammesgenossen geschossen \u2013 auf Mitglieder feindlicher St\u00e4mme \u2013 schon eher!<\/p>\n<p><strong>S<\/strong>icherheit gab es \u2013 trotz des Wachpersonals, das auch noch einem \u2018Chef\u2018 unterstellt war \u2013nicht. Die Zahl der \u00dcberf\u00e4lle ver\u00e4nderte sich nicht.<\/p>\n<p><strong>I<\/strong>n den Achtzigerjahren waren es bei rund 18 000 Einwohnern von Blumenau vergleichsweise wenige.<\/p>\n<p>1883: zwei, 1884: einer, 1885: drei, 1889: drei.<\/p>\n<p>1902 wurden schon sieben Siedler get\u00f6tet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>W<\/strong>ohl in Notwehr und aus Wut setzten Kolonisten im Umland von Blumenau (Brusque und S\u00e3o Bento im Munizip Cresciuma) noch Anfang des 20. Jahrhunderts bewaffnete \u2018Bugerj\u00e4ger\u2018 (Indianerj\u00e4ger(!) ein.<\/p>\n<p><strong>D<\/strong>iebe stahlen \u2018nur\u2018 Waffen, Munition, Werkzeuge, Vieh und Lebensmittel.<\/p>\n<p><strong>G<\/strong>ef\u00e4hrlich wurde es, wenn Siedler sich zur Wehr setzten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn der Wert des menschlichen Lebens wurde, \u00fcberwiegend aber nicht ausschlie\u00dflich, vonseiten der Povos ind\u00edgenas anders beurteilt, als von jenen, die in der Tradition des christlichen Abendlandes lebten und das Gebot <em>du sollst nicht t\u00f6ten <\/em>befolgten \u2013 von Ausnahmen abgesehen (s.o.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>A<\/strong>m 11.11. 1911 berichtete die Blumenauer Zeitung von 43 Botokuden, die sich \u2013 noch nie sei derartiges geschehen \u2013 Kolonisten im Umland von Blumenau in friedlicher Absicht gen\u00e4hert h\u00e4tten. Angeblich seien sie einige Tage zuvor durch einen Bugerj\u00e4ger vom Friedenswillen der Siedler \u00fcberzeugt worden. Diese Zusammenkunft wurde fotografiert. Der H\u00e4uptling war \u2013 gut erkennbar, sehr dick. Die Indios forderten Nahrungsmittel und Waffen, die sie normalerweise entwendet h\u00e4tten, um die verfeindeten Coroados bek\u00e4mpfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>T<\/strong>rotz dieser ersten dokumentierten friedlichen Begegnung von Siedlern und Indianern sollten noch drei Jahre bis zur beiderseitigen \u2018Waffenruhe\u2018 vergehen, obwohl schon 1910 f\u00fcr ganz Brasilien ein Indianerschutzdienst (SPI) mit Wachposten an strategisch wichtigen Orten eingerichtet worden war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>E<\/strong>iner dieser Wachtposten, Deutsch-Brasilianer, wachte an strategisch wichtigem Ort nahe der Kolonie Blumenau. Er kannte die Sprache der Kaingangindianer. Der Mann schaffte es, diesen Stamm, der neben Botokuden und Coroados im Tal des Itaja\u00ed verbreitet war, nach einem letzten \u00dcberfall im Jahr 1914 zu friedlichem Miteinander zu bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Z<\/strong>wischen 1852 und 1914 gab es im Munizip Blumenau 61 Angriffe. Dabei wurden 41 Kolonisten get\u00f6tet und 22 verletzt. Hinzu kommen \u00dcberf\u00e4lle in den umliegenden Siedlungsgebieten; gesamt: 60 Tote und 30 Verletzte. Die Zahl der get\u00f6teten Indianer ist nie aufgezeichnet worden.<\/p>\n<p><div id=\"attachment_669\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/blumenau-gesellschaft.org\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/bild2.png\" rel=\"attachment wp-att-669\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-669\" class=\"wp-image-669 size-large\" src=\"http:\/\/blumenau-gesellschaft.org\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/bild2-1024x780.png\" alt=\"bild2\" width=\"640\" height=\"488\" srcset=\"http:\/\/blumenau-gesellschaft.org\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/bild2-1024x780.png 1024w, http:\/\/blumenau-gesellschaft.org\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/bild2-300x228.png 300w, http:\/\/blumenau-gesellschaft.org\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/bild2-768x585.png 768w, http:\/\/blumenau-gesellschaft.org\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/bild2.png 1240w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-669\" class=\"wp-caption-text\">Spix\/Martius Expeditionsbilder<\/p><\/div><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Povos ind\u00edgenas Die Situation im Land \u00dcberf\u00e4lle \u2013 Zahlen \u00a0 Mit Bedacht hatten Provinzialregierungen Einwanderern Stammes \u2013bzw. 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